| Michael Demanega: Gründungsrede der Freiheitlichen Jugend |
| Samstag, 10. März 2007 um 00:00 Uhr |
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Sodass wir mit Sicherheit von einem erstaunlichen freiheitlichen Höhenflug sprechen können. Erstaunlich in dem Sinne, weil er von unseren politischen Mitwerbern nie und nimmer einberechnet wurde. Und für sie bis heute nicht erklärbar ist! Für uns ist der Erfolg erklärbar! Jahrelange, harte Arbeit und Aufopferung machen sich nun einmal bezahlt. Erfolg und Zuspruch bleiben am Ende nicht aus. Obwohl das freiheitliche Unterfangen von Anfang an nicht leicht war! Die Übermacht der Mehrheitspartei in Frage zu stellen ist kein leichtes Unternehmen. Vor allem nicht dann, wenn sich diese auf Medien, Vereine und Verbände stützt. Und eine jahrzehntelange Vormachtstellung! Umso glücklicher ist der jetzige Zustand für uns. Die heutige Gründung der Freiheitlichen Jugend kann als Meilenstein betrachtet werden. Auf dem freiheitlichen Erfolgsweg! Unsere Partei bekommt nicht nur einen „frisch, frech,freiheitlichen“ Nachwuchs. Sondern wird auch ganz wesentlich erweitert. Womit die Grundlagen für künftige Erfolge geschaffen werden! Spätestens seit der letzten Landtagswahl sind wir Freiheitlichen nämlich die Südtiroler Jugend-Partei Nummer eins! Damals und bei der Parlamentswahl hat die Jugend uns großes Vertrauen geschenkt! Wieso das so ist, ist leicht verständlich! Die Jugend zeigt sich wenig beeindruckt von den Ankündigungen und Versprechungen unserer Machthaber. Denen nur allzu oft keine Taten folgen! Die Jugend will mitreden! Ernst genommen werden! Nicht das Gefühl haben, nur Mittel zum Zweck darzustellen. Feigenblatt für die Mächtigen. Sie will verstehen, wieso Entscheidungen so fallen, wie sie fallen! Die Jugend verlangt auch Themen und Konzepte! Was wir Freiheitlichen ihr bieten können! Weil wir konkrete Lösungen auf aktuelle Herausforderungen suchen. Und vor allem: finden! Weil unsere Politik von Bürgerinnen und Bürgern stammt und nicht von einem inhaltslosen Parteiapparat, welcher nur auf Macht und Machterhalt abzielt! Die Jugend sieht in uns Freiheitlichen einfach eine offene und ehrliche Bewegung, mit der dringende Probleme gelöst werden können. Mit der es möglich ist, sinnvolle und entscheidende Veränderungen für Land und Bevölkerung einzuleiten. Erste Erfolge können sich bereits jetzt sehen lassen: es ist uns gelungen, freiheitliche Jugendgruppen in 5 Bezirken zu gründen. Wir haben Jugendliche, welche aktiv mitarbeiten. Welche selbst Akteure sein wollen und nicht Spielball der Mächtigen! Auf dieses Fundament können wir Grosses bauen. Unser Ziel als Freiheitliche Jugend muss es daher sein, gesellschaftliche Probleme anzusprechen, politische Themen aufzugreifen und Lösungsansätze zu entwerfen! Wir wollen nicht nur herumnörgeln und kritisieren, sondern konstruktiv für Land und Leute arbeiten. Verantwortungsbewusst und solide. Frisch, frech, freiheitlich! An Themen und Anlässen wird’s uns sicherlich nicht fehlen. Denn Probleme gibt es genug! Denken wir an jugendliche Probleme: etwa an den Drogen- und Alkoholmissbrauch. Wo wir der Meinung sind, dass die Jugend über die drastischen Folgen aufgeklärt werden muss. Und überzeugt sind, dass es zu keiner Verharmlosung von „weichen Drogen“ kommen darf! Sondern zu härteren Strafen für Drogen-Dealer! Oder die Gewaltanwendung bei Jugendlichen. Verbunden mit der ständigen Versuchung, sich extremistischen Gruppierungen anzuschließen! Hier herrscht im Aufklärungsbereich immer noch Nachholbedarf. Und Mangel an Unabhängigkeit! Denn nur allzu oft wird die Prävention dazu missbraucht, die Jugend in eine vorgegebene politische Richtung zu lenken! Wir denken aber vor allem an die Zuwanderung! Heute leben mehr Ausländer in Südtirol als Ladiner! Eine Realität, welche sehr nachdenklich stimmt. Vor allem in Hinblick auf die Zukunft! Unsere Gesellschaft wird damit mit neuen Problemen konfrontiert. Welche überall dort auftreten, wo es zu einer solchen Massenzuwanderung kommt. Ohne Rücksicht auf die Einheimischen! Und ihr Recht auf Heimat! Sicherlich: die Wirtschaft braucht ausländische Arbeitskräfte. Und das ist uns auch klar! Nur setzt eine vernünftige Zuwanderungspolitik zuerst Rahmenbedingungen. Sie prüft, wie viel Bedarf an Zuwanderung besteht. Erarbeitet Konzepte. Überlegt, wo die ausländischen Arbeitskräfte eingesetzt werden. Wo sie wohnen. Wie lange sie hier bleiben. Wie man sie integriert. Wie viel Zuwanderung unsere Gesellschaft verträgt. Alles Überlegungen, welche in Südtirol nicht angestellt wurden. Weil man es einfach nicht für notwenig hielt. Und leider noch immer nicht hält. Die Folgen sind schwer lösbar! Eine ausländische Parallelgesellschaft, wachsende Armut und Kriminalität, Wohnungsnot, Probleme an Schulen und Kindergärten, Sozialtourismus, Gastarbeitslosigkeit! Kurzum: eine tickende Zeitbombe im soziokulturellen Sinne! Eine Zeitbombe, welche entschärft werden muss. Durch Rahmenbedingungen und durchdachte Konzepte! Unsere Landesregierung schaut aber lieber weg, als zu handeln. Eine Zuwanderungspolitik gibt es überhaupt nicht! Die Situation wird heruntergespielt. Verschönert. Besser dargestellt, als sie ist. Die Probleme und Befürchtungen der Bevölkerung werden einfach nicht ernst genommen. Solange bei den Wahlen nicht Stimmen verloren gehen, solange es für die Volkspartei nicht ans Eingemachte geht, bleibt alles so, wie es ist! Es zählen eben nur Eigeninteressen! Wir Freiheitlichen gehören nicht zur schweigenden Mehrheit! Wir nehmen in dieser Angelegenheit eine Sonderrolle ein: Die Problematik rund um die Zuwanderung schon sehr früh erkannt, haben wir die Probleme angesprochen. Gewarnt. Aber auch Konzepte auf den Tisch gelegt. Und immer war es das selbe Lied: zuerst werden unsere Ideen bekämpft. Dann wird nachgedacht. Es treten unsere Befürchtungen ein. Und dann machen unsere Kritiker unsere Ideen zu ihren Ideen! Indirekt gibt heute jeder uns Freiheitlichen recht. Nur kann man das nicht in aller Öffentlichkeit aussprechen. Es würde einmal mehr verdeutlichen, dass die Volkspartei keine Themen und Konzepte mehr vorzulegen hat. Sondern Interessen und nur Interessen! Wir Freiheitlichen vertreten die Interessen der Einheimischen. Für uns ist es keine Schande, sich zuerst für die eigenen Leute einzusetzen! Und nicht für alle und alles offen zu sein. Denn wer für alle offen ist, kann nicht ganz dicht sein! Die Zuwanderung ist ein solches Problem. Aber nur eines unter vielen. Denken wir etwa an die Autonomie. Erdacht und konzipiert, um die deutsche und ladinische Minderheit zu erhalten. Wird sie heute von der Volkspartei dazu missbraucht, um eiskalt Eigeninteressen durchzusetzen und die eigene Mehrheit zu sichern. Sie gilt nur dem einen: der Selbstdarstellung der Volkspartei! Die Autonomie war nie für die Ewigkeit gedacht. Wird aber heute so gehandhabt. Im Grunde handelt es sich dabei nur um eine Teilautonomie, welche dem internationalen Kontext gar nicht standhält. Grosse Auswirkungen hat die Autonomie natürlich auf den kulturellen Bereich. Dafür war sie von Anfang an auch gedacht. Nur anstatt ihren eigentlichen Zweck zu erfüllen, wirkt sie heute nach hinten. Die radikalen Italianisierungsmaßnahmen wurden zwar erfolgreich abgewehrt. Aber ersetzt durch die hausgemachte, schleichende Italianisierung. Wundern tut’s mich auf jeden Fall nicht. Wenn die Bevölkerung heute nicht mehr ganz weiß, wer sie ist und wo sie hingehört. Die Politik weiß es ja selbst nicht! In der Schule etwa werden wichtige Kapitel der eigenen Geschichte verschwiegen. Viele Personen können Begriffe wie Staatsbürgerschaft und Nationalität nicht mehr unterscheiden. Es hat sich vielmehr die Meinung durchgesetzt, man könne die eigene Identität beliebig aussuchen! Die Politik spielt einmal „Volk in Not“, einmal „Südtirol Italia“, wie es gerade so passt. Wie der Wind weht! Nach den Wahlen hat man die weltbeste Autonomie, die uns niemand nehmen kann. Vor den Wahlen heißt’s dann „Zusammenhalten“, weil unsere Autonomie angeblich gefährdet ist. Zusammenhalten: dabei liegt die SVP mit ihren italienischen Bündnispartnern im Bett. Und will demnächst mit Grünen und Kommunisten über unsere Zukunft verhandeln! Und was gibt es sonst noch für Probleme?
Liebe Freiheitliche Jugend! Wir schreiben heute auf jeden Fall Geschichte! Mit der heutigen Gründung schaffen wir die Voraussetzungen für künftige Erfolge! Es liegt aber an uns, ob wir schlussendlich siegreich sein werden! Ob wir in der Lage sind, die Jugend für uns zu gewinnen oder nicht! Dazu ist auf jeden Fall der volle Einsatz von uns allen gefragt. Wir können nicht auf eine groß angelegte Mitgliederwerbung setzen. Auf Medien und Öffentlichkeit. Aber auf eine dynamische und kompakte Basis. Welche überzeugt ist von dem, was sie tut und weiß, was sie will! Weiß, wo es langgehen soll! In dieser Hinsicht beneiden uns alle anderen! Weil sie keine Basis, keine Jugend haben, welche dermaßen motiviert ist. Ich bin auf jeden Fall zuversichtlich! Und mehr als überzeugt davon, dass die Freiheitliche Jugend alle Erwartungen übertreffen wird. Ich blicke in eine bessere Zukunft
Alles können wir schaffen, nur wollen müssen wir es. Wenn ihr alle hinter uns steht, dann stehen wir auf jeden Fall vorne! In diesem Sinne ein kräftiges Glück auf! Michael Demanega
Rede des Landessprechers der Freiheitlichen Jugend, Michael Demanega am 10. März 2007 in Eppan (es gilt das gesprochene Wort). |
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