Die Freiheitliche Jugend

Jahresausblick 2012: Südtirol auf dem Weg in die Zukunft
Freitag, 30. Dezember 2011 um 09:54 Uhr

demanega_michael"Freie Bürger in einem freien Land"

Kurz vor Jahreswechsel wird sich ein jeder von uns fragen, was das neue Jahr denn so bringen mag. Das ist zwar vorerst eine persönliche Frage. Es ist dann aber auch eine politische Frage. Schlussendlich werden die wesentlichen Fragen nämlich politisch entschieden. 2012 stehen zwar keine größeren Wahlen an in Südtirol. Es steht aber so etwas an wie eine Weichenstellung für die Zukunft. Wir stehen heute in Südtirol auf der Schwelle ins 21. Jahrhundert. Es ist dabei gerade aus Sicht der Jugend notwendig, sich mit wesentlichen Zukunftsfragen zu beschäftigen.

Das so genannte "System Südtirol" ist heute deutlich veraltet und bröckelt auseinander. Die Probleme, die ans Tageslicht geraten, sind dabei weder Einzelfälle, noch systemfremd, sondern die direkte Konsequenz der Art und Weise, wie dieses Land regiert wurde und regiert wird. Man hat heute weder in Fragen der öffentlichen Verwaltung (Stichwort "Vetternwirtschaft"), noch in Fragen, die die Zuwanderung betreffen und schon gar nicht in der Frage eines Freistaates Südtirol das Gefühl, dass die politische Führung auf Seiten ihres Volkes und unseres Landes stehen würde.

Für die Zukunft zeichnet sich dabei keine Besserung ab, weil aufseiten derjenigen, die regieren, alles gleich weiter laufen soll, wäre nämlich alles andere auch eine Eingestehen der eigenen Misswirtschaft; weil sich auf der anderen Seite eine medial inszenierte Machtübernahme abzeichnet, bei der alle wesentlichen Bereiche in Südtirol gleichgeschaltet werden sollen. So oder so: Dieses System reformiert sich nicht selbst. Es ist wie jedes andere System unfähig, sich substanziell zu erneuern. Es werden in den nächsten Monaten zwar allerhand Einzelne antreten, um eine angebliche Erneuerung zu versprechen, die aber als solche nicht glaubwürdig sind, weil die Sackgasse, in der wir heute stecken, seit Jahren und Jahrzehnten vorhersehbar war und nicht abgewendet wurde. Notwendig wird eine grundsätzliche Erneuerung hin zu einer Verwaltung, die schlanker, transparenter, demokratischer, dezentralisierter, freier ist. Südtirol hat heute Frischluft nötig und wo sollte diese Frischluft herkommen, wenn nicht von außen, durch einen frischen, freien, unabhängigen freiheitlichen Wind?

 

Auf der anderen Seite zeigt sich heute, wie sich all jene grob verschätzt haben, die sich mit Italien arrangiert und abgefunden haben, weil sie kurzfristige Vorteile und Privilegien vor grundsätzliche Prinzipien stellten. Verfehlt haben sich diejenigen, die diese Autonomie als ein "Ende der Geschichte" und nicht als Teilziel hingestellt haben, das sie von Anfang an und auf Seiten der Gründerväter eigentlich war. Verfehlt haben sich insbesondere jene, die die real existierende Grenze am Brenner als Hirngespinst und als "Grenze im Kopf" uminterpretiert haben. Grenzfragen lösen sich auch nicht in den kommenden 200 Jahren europäisch, weil kein Staat ein Interesse hat, wesentliche Kompetenzen an eine Europäische Union abzugeben, bei der sie ehrlich gesagt auch nicht gut aufgehoben wären, ist diese Union doch so unglaublich weit entfernt von den Völkern und Menschen, sprich: Demokratiedefizit, Massenzuwanderung, Europa der Bürokraten statt Europa der Völker. Südtirol wird sich im kommenden Jahr fragen müssen, ob unsere Zukunft wirklich bei diesem fremden Staat liegen kann, dem wir weder historisch, noch kulturell, noch völkerrechtlich und schon gar nicht gefühlsmäßig angehören können. Südtirol wird damit auf den Boden der Tatsachen zurückgeschleudert: Entweder wir bestehen auf unser unveräußerliches Recht auf Selbstbestimmung und machen irgendwann einmal in naher Zeit ernst - solange es uns noch "gut" geht. Oder wir haben irgendwann einmal jede Glaubwürdigkeit verloren und vor der Geschichte versagt. Gerade aus Sicht der Jugend kann sich diese zweite Option nicht stellen.

Jede Krise ist Chance und Aufbruch. 2012 kann Chance und Aufbruch werden zu einer grundsätzlichen Systemerneuerung in Südtirol. Südtirol soll schlanker, transparenter, demokratischer, dezentralisierter, freier werden, es ist endlich eine prinzipielle Erneuerung notwendig. Südtirol soll sich aber auch auf eine unabhängige Zukunft einstellen, die objektiv betrachtet nur in einem Freistaat liegen kann. "Freiheit nach innen und Freiheit nach außen" oder „Freie Bürger in einem freien Land“ kann und muss die Losung für die Zukunft Südtirols lauten. 2012 wird alles besser in Südtirol - wenn ein Ruck durch dieses Land geht, wenn jeder Einzelne seinen Beitrag zu einem besseren und freieren Südtirol leistet, wenn eine echte Erneuerung stattfindet, die substanziell und nicht nur oberflächlich ist. Südtirol ist auf dem Weg in die Zukunft. Für freie Fahrt sorgen dabei die Freiheitlichen.

Michael Demanega

Landessprecher der Freiheitlichen Jugend

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