Die Freiheitliche Jugend

Schilderstreit: Wie lange wollen wir eine Regelung hinauszögern?
Freitag, 06. August 2010 um 13:12 Uhr

arnold-kemenater_fj_63Alle Jahre wieder kommt es zu Reibereien zwischen italienischen und deutschen Parteien, wenn es um eine Lösung zur Toponomastik in unserem Lande geht. Es scheint, als ob niemand das heiße Eisen anpacken und endlich eine Lösung finden wolle. Zudem hat man den Eindruck, als habe die SVP den Schutz der deutschen und ladinischen Ortsnamen schon lange aufgegeben, denn sonst hätte sie nach all den Jahren eine Lösung finden müssen. Die JG beschwert sich lieber über die Opposition, die sich seit Jahren für eine offizielle Einführung der deutschen und ladinischen Namen einsetzt. Doch am liebsten wäre der SVP eine Regelung aus Brüssel, damit man bei einer schlechten Regelung zumindest Brüssel den schwarzen Peter zuschieben kann. Vor lauter Kriechen haben einige Politiker in Südtirol wahrscheinlich schon vergessen, dass wir uns lediglich für das Recht zum Gebrauch unserer Sprache  einsetzen und das gehört immer noch zu den grundlegendsten Rechten weltweit!

Wenn einige aus dem Tourismusbereich glauben, dass wir wegen der italienischen Gäste jeden Flur- und Ortsnamen auf Druck, so wie einst Tolomei übersetzen müssen, dann ist das einfach nur mehr billig und beweist einmal mehr, dass wir für Geld alles machen würden. Wäre der italienische Gast wirklich nicht in der Lage sich ohne die faschistischen Übersetzungen im unseren Land zu orientieren, dann dürfte er sich nie über den Brenner wagen, oder gibt es in Österreich oder Deutschland etwa auch pseudonyme Übersetzungen?

Wir müssen endlich aufhören zu kuschen und zu unserer Sprache, Kultur sowie zu den deutschen und ladinischen Ortsnamen stehen, denn nur so gibt es eine gerechte Lösung und nur so sind wir imstande faschistisches Unrecht aus unseren Land zu verbannen. Wie lange wollen wir also die Regelung hinauszögern? Wahrscheinlich wird es bei den nächsten Wahlen wieder auf dem Wahlprogramm der SVP stehen und wir sind von einer gerechten Lösung meilenweit entfernt.

Arnold Kemenater
F-Jugend Stellv. Landessprecher

Kommentare (1)Add Comment
Michael Demanega
06. August 2010
Prozentlösung

Ich bin in Sachen Toponomastik immer ein wenig hin- und hergerissen: Klar würde ich sofort für die historische Lösung plädieren. Aber ich weiß eben auch, welche Probleme es dann in Südtirol gibt. Und ich weiß natürlich auch, dass sich in Südtirol in den letzten 100 Jahren etwas verändert hat.

Wir Freiheitlichen sprechen uns deshalb im Gegensatz zu den anderen Parteien für die Prozentlösung aus, wie sie auch schon durch Heimatpflegeverein, Schützenbund, AVS und Bauernbund/Bauernjugend in einer gemeinsamen Aktion befürwortet wurde: http://bit.ly/afbEGO Die Aktion ist heute weitgehend vergessen.

Im Gegensatz zum Schacher-Vorschlag der SVP, wo eine Kommission über den "Gebrauch" der Ortsnamen herumdebattiert und wo es zweifelsohne zu unzähligen Schwierigkeiten kommt, würde sich die Prozentlösung auf konkrete Fakten berufen und die Entwicklung aller 3 Sprachgruppen berücksichtigen.

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