Die Freiheitliche Jugend

Freiheitliche beteiligen sich nicht an Aktion gegen Davide Orfino
Donnerstag, 15. Juli 2010 um 20:26 Uhr

michael-demanega_fj_63

Orfino soll Amt probeweise übernehmen - Linke Meinungsmache in Jugendzentren und -vereinen muss gleichermaßen thematisiert werden!

Wir Freiheitlichen halten uns bewusst aus der parteiübergreifenden Aktion gegen Davide Orfino als Jugendansprechpartner in der Stadt Sterzing heraus. Selbstverständlich sind für uns bestimmte Ansichten und Meinungen Orfinos bedenklich. Es sei erwähnt, dass die Freiheitlichen Gemeinderäte von Sterzing gegen die Ernennung gestimmt haben.

Wir sind allerdings der Meinung, dass man einem 20-Jährigen durchaus ein Amt wie jenes des italienischen Jugendansprechpartners der Stadt Sterzing anvertrauen kann. Das Amt ist bekanntlich mit keinerlei Machtbefugnis ausgestattet, da jeder Akt mit einem deutschen Jugendansprechpartner der politischen Mehrheit koordiniert wird und über den Schreibtisch des Bürgermeisters läuft.

Für uns geht es grundsätzlich nicht an, dass man einen 20-Jährigen ein Leben lang in eine bestimmte Ecke schiebt und für Äußerungen und Handlungen verantwortlich macht, die in der Jugendzeit getätigt werden. Damit trägt man wenig zu einer Besserung bei. Davide Orfino wird sich in der Realität als italienischer Jugendkoordinator in Sterzing beweisen müssen und es wird sich zeigen, was an den Vorwürfen dran ist und was nicht. Jeder Jugendliche verdient sich aber zuallererst einmal eine Chance und natürlich auch eine zweite Chance – insofern begangene Fehler bereut werden. Das muss sowohl für deutsche und ladinische Jugendliche gelten, als auch für italienische Jugendliche! In derartigen Fällen fragt man sich nämlich immer wieder: Haben wir uns nicht alle irgendwann einmal die eine oder andere Äußerung und Handlung erlaubt, die wir im Nachhinein vielleicht bereuen? Wer kann schon behaupten, noch nie aus jugendlichem Überschwang heraus einen Fehler begangen zu haben?

Klar ist, dass sich Orfino in einem derartigen Amt keinen Fehlgriff leisten können wird, da jede Handlung und Äußerung durch die Öffentlichkeit auf Schritt und Tritt verfolgt wird. Bei zweifelhaften Äußerungen muss natürlich hart durchgegriffen werden, indem es zu einer Amtsenthebung kommt! Man sollte dann aber auch konsequent genug sein und jene Verantwortlichen im Jugendbereich unter die Lupe nehmen, die sich heute scheinbar alles leisten können und die in Jugendzentren und Jugendeinrichtungen die Jugendbetreuung mit linker Gesellschaftspolitik vermischen. Dort steht jede patriotische Gesinnung bereits unter Generalverdacht! Wenn Verantwortungsträger im Jugendbereich politische und ideologische Meinungsmache betreiben, dann müssen sowohl Jugendbetreuer in Jugendzentren, als auch politische Jugendkoordinatoren der Stadt Sterzing zur Verantwortung gezogen werden!


L. Abg. Ulli Mair,
Freiheitliche Generalsekretärin

Michael Demanega,
Landessprecher der Freiheitlichen Jugend
Kommentare (5)Add Comment
Michael Demanega
15. Juli 2010
Antifa

Um bei den Tatsachen zu bleiben: Wir Freiheitlichen sprechen uns keinesfalls für Orfino aus. Demgemäß haben sich auch die freiheitlichen Gemeinderäte in Sterzing dagegen entschieden. Wir veranstalten jetzt aber auch kein Scherbengericht, wenn der SVP-Bürgermeister in Sterzing an Orfino festhält. Denn die Wahrheit ist: Orfino hat in seinem Amt kaum Gestaltungsmöglichkeiten. Ihm wird eine einmalige Chance gewährt: Sollte er sie vermasseln, ist er selbst schuld und wird die Verantwortung dafür übernehmen müssen. Und dann hat man ihn dort, wo viele ihn haben wollen.

Für mich ist allerdings auch klar: Das so genannte „Dossier“ gegen Orfino erinnert mich ein wenig an die linke „Antifa“. Eine „Lonsdale“-Bauchtasche und eine schwarze Billardkugel sind für mich alles andere, als (eindeutig) rechtsextremistische Anzeichen und Symbole. Meiner Meinung nach sollte man mit derartigen Dingen nicht an die Öffentlichkeit gehen. Denn für mich stellt sich dann auch die Frage: Wohin soll das führen, wenn Klamotten und Facebook-Freundschaften erst einmal den Ausschlag geben? Dann geht der Schuss zweifelsohne nach hinten los!

An dieser Stelle sei auch an ein Streitgespräch erinnert, das ich vor genau einem Jahr mit Orfino geführt habe: http://bit.ly/JgScn

Leser
16. Juli 2010
Ohne Worte

"Orfino soll Amt probeweise übernehmen - Linke Meinungsmache in Jugendzentren und -vereinen muss gleichermaßen thematisiert werden!"

Wahsinn, da wird einem Jungpolitiker Nähe und Sympahtie zum Faschismus vorgeworfen und der FJ fällt nichts besseres ein, als dies zu relativieren und Leute, die in Jugendzentren arbeiten mit Faschisten auf eine Stufe zu stellen.

Liegt wahrscheinlich daran, dass bei der FJ selbst genug Nazis gelandet sind, die eine ähnliche Vergangenheit wie Herr Orfino haben.

Michael Demanega
16. Juli 2010
Ohne Worte

Lieber "Leser", Ihr letzter Satz stellt eine unglaubliche Diffamierung dar und ist Zeugnis, dass Sie keinen Überblick über die effektive Realität haben. Uns geht es um folgendes: Sven Knoll hat ursprünglich erwähnt: „In dieser Position kann er [Orfino] unglaublichen Schaden anrichten und Jugendliche mit seinem Gedankengut beeinflussen.“ Wir glauben das nicht! Die Öffentlichkeit wird Orfino auf Schritt und Tritt verfolgen. Beim kleinsten Fehler gibt’s einen Rausschmiss. Dann hat man ihn dort, wo man ihn haben will! Wir haben in diesem Zusammenhang dann auch behauptet, dass linke Jugendarbeiter, die aus jedem Tiroler einen „Nazi“ machen, ebenfalls „unglaublichen Schaden anrichten“. Und die machen weitgehend, was sie wollen. Wer will diese Tatsache bestreiten?

Für mich ist Knolls „Dossier“ völlig daneben. Wenn „Facebook“-Freundschaften zum Indiz für unsere politische Gesinnung werden, dann schaffen wir damit einen Präzedenzfall, wo dann jeder nach seinen „Freundschaften“ durchschnüffelt wird. Ein Bezug ist ziemlich schnell hergestellt: Dann wird jeder zum „Nazi“. Kann es das sein? Uns geht es um Prinzipien: Ich kann keine seriöse Politik betreiben, wenn ich eine „8-Ball“ (als Symbol der Rock’N’Roll-Kultur) und ein „Lonsdale“-Bauchtaschl zum Erkennungszeichen politischer Extremismen mache. Das ist oberflächlich! Dass ich mit einer oberflächlichen Politik wenig anfangen kann, dürfte auf den Seiten der Freiheitlichen Jugend in der Zwischenzeit klar geworden sein.

Weil wir uns für den einen oder anderen zu wenig klar ausgedrückt haben und manche das herauslesen, was sie herauslesen wollen, gibt’s hier eine Zugabe: http://bit.ly/cj56YE Klar ist, dass wir mit den Ansichten und Meinungen von Orfino nicht einmal ansatzweise etwas anfangen können. Das hat sich nicht zuletzt in einem persönlichen Streitgespräch im letzten Jahr bestätigt.

SüdTyroler
18. Juli 2010
...

Ganz ehrlich: Ich bin enttäuscht von der Freiheitlichen Partei in Süd-Tirol! Auch wenn einige Punkte von Sven Knoll vielleicht nicht ganz so ernst zu nehmen sind, so geht es dann schon ums Prinzip. Gewisse Äußerungen Orfinos stammen nämlich nicht aus einer gewissen "Jugendzeit", sondern sind vielleicht gerade einmal ein halbes Jahr alt. Und außerdem handelt es sich hierbei nicht nur um Facebook-Freundschaften, sondern auch um Facebook-Gruppen-Mitgliedschaften in eindeutig neofaschistischen Vereinen, wie z.B. "CasaBolzano". Ihre Aussagen, Herr Demanega, klingen eher so als würden Sie Orfino verteidigen und das finde ich zum schämen! Ich war und bin immer ein Sympathisant der Freiheitlichen gewesen, aber diese Aussagen stimmen mich schon zum Nachdenken an. Davide Orfino ist und bleibt ein Anhänger des Neo-Faschismus: Das belegen mehr als genug Beweise VON HEUTE und NICHT aus seiner "Jugend"! Und wenn sich die Freiheitlichen nicht an der Aktion gegen einen Faschisten beteiligen, so werde ich mein Kreuzerl bei der nächsten Wahl wohl überdenken müssen.

In diesem Sinne:

Gegen Faschismus - für Tirol!

Michael Demanega
18. Juli 2010
Wem nutzt's?

"Ihre Aussagen, Herr Demanega, klingen eher so als würden Sie Orfino verteidigen und das finde ich zum schämen!"
Für diese oberflächliche und grundauf falsche Aussage werden Sie in meinen Stellungnahmen lange nach Anhaltspunkten suchen müssen. Wer lesen, denken und verstehen kann, wird zur exakt gegenteiligen Meinung kommen!

Aber kommen wir zur Sache: Wir haben ein wenig weitergedacht und glauben, dass man einem 20-Jährigen durch die Auferlegung von Pflichten und Verantwortung eine Richtung aufdrücken kann, dass man ihn zur Vernunft erziehen kann, dass man ihn resozialisieren kann, dass man damit langfristig gesehen etwas bewirkt. Dabei geht es nicht um Orfino, sondern um eine Praxis! Aber ich habe schon verstanden: Das WILL man nicht, weil irgend jemand aus dieser Sache politisch profitiert! Wie immer muss man sich fragen: Wem nutzt's?

Eines ist gewiss: Durch diese Sache hat man Orfino wichtiger gemacht, als er ist! Sollte Orfino irgendwann einmal politische Karriere machen, dann weiß man, wem er es u.a. auch zu verdanken hat. So viel zum Thema und zur Parole "Gegen Faschismus - für Tirol!"

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