| Zum 1. Todestag: Das Jörg-Haider-Vermächtnis |
| Dienstag, 13. Oktober 2009 um 12:53 Uhr |
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Mich hat Haider in jungen Jahren sehr fasziniert. Als Junger orientiert man sich noch eher an Personen. Später spielen dann meistens Inhalte eine weit wichtigere Rolle, weil Personen enttäuschen können, Inhalte aber nicht. Nichtsdestotrotz erinnere ich mich noch allzu gut, wie ich als Oberschüler mit dem Haider-Buch „Die Freiheit, die ich meine“ (bei dem unter anderem auch ein Andreas Mölzer federführend mitgewirkt hat) unterm Arm durch die Schule rannte, bis ich von einer Lehrperson aufgehalten wurde, die wissen wollte, was ich mit so einem „Nazi-Buch“ wolle. Haider hat eben Dinge angesprochen, die andere nicht ansprechen wollten. Er nahm sich kein Blatt vor den Mund, sprach Klartext und zwar immer und überall. Meinungsfreiheit bekam durch ihn einen ganz neuen Stellenwert in Österreich. Das sind aber nicht die großen Leistungen von Jörg Haider: Zu seinen großen Leistungen gehört zweifelsohne die Entschlossenheit, jenem politischen System den Kampf anzusagen, in dem sich Sozialisten (SPÖ) und Christdemokraten (ÖVP) alle wichtigen Staatsämter aufteilten und wo schwarze und rote Seilschaften statt der demokratisch gewählten Abgeordneten die Politik bestimmten. Haider gelang es, dieses System aufzubrechen und die „politische Normalität“ in Österreich voranzutreiben. Schlussendlich scheiterte er aber: Fehlbesetzungen, politische Widersprüchlichkeiten und magelnde Erfahrung trieben die FPÖ nach unten. Das freiheitliche Lager wurde gespalten und es besteht heute aus einem BZÖ, das über die Grenzen Kärntens hinaus kaum eine Rolle spielt und aus der Strache-FPÖ, die mit der SPÖ um sozialdemokratische Stimmen feilscht, während ÖVP-Stimmen eher an das BZÖ gehen. Worin liegt das Vermächtnis Jörg Haiders in Südtirol? Dazu sind erstmal die Parallelen aufzuzeigen: Das schwarz-rote System in Österreich entspricht dem SVP-System in Südtirol mit dem folgenschweren Unterschied, dass sich in Österreich zwei große Parteien gegenseitig kontrollieren, während in Südtirol alle politischen Gremien und Verbände in einer einzigen Partei zusammenlaufen. Die Südtiroler Freiheitlichen sind in diesem System die einzige Partei, die diesem Einparteiensystem ernsthaft den Kampf ansagt und sich als politische Alternative zur SVP zu positionieren versucht. Man scheut in Südtirol allzu oft den Vergleich zu den anderen Oppositionsparteien, weil es sich nicht wirklich gehört, ihre Arbeit zu kommentieren. Mir ist es aber eigentlich egal, was sich gehört und was nicht und deshalb stelle ich den Vergleich hier an: 1.) Die Pöder-Union sucht immer noch nach einer Existenzgrundlage und biedert sich deshalb gleichermaßen an BZÖ, FPÖ und Lega Nord an. 2.) Die Süd-Tiroler Freiheit versteht sich nicht als Partei mit Struktur und Programm, sondern als „Bewegung“ für ein vereintes Tirol. Beide unterscheiden sich damit gründlich von der Haider-FPÖ (von 1986 bis 1999) und den Südtiroler Freiheitlichen, die durch Unterstützung von Jörg Haider gegründet wurden. Auch das muss bei allem Respekt festgestellt werden. Wer Haider gut findet, muss das wissen. Aber wie gesagt: Es kommt nie auf Personen an, sondern auf Inhalte und Ziele, sowie auf die Vision für das eigene Land. Die Haider-FPÖ hatte diese Vision. Wir Südtiroler Freiheitlichen haben sie auch. Und mithilfe vieler Mithelfer, Unterstützer und Mitdenker können wir in diesem Land Südtirol auch etwas zum Besseren wenden im Sinne von mehr Freiheit und Demokratie. Michael Demanega Landessprecher Kommentare (4)
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Die FPÖ bekommt sozialdemokratische Stimmen aus einem ganz einfachen Grund, historisch gesehen gibt es viele liberale Sozialdemokraten, die nicht viel vom Sozialismus und von Zwangsgesellschaft halten (z.B. Helmuth Schmidt, Viktor Adler u.v.a.). Mittlerweile merken aber immer mehr SPÖ-Wähler, dass die heutige SPÖ keine liberalen Züge mehr hat sondern eine sehr weit linksstehende Partei ist, der die individuelle Freiheit sprichwörtlichm am Orsch vorbeigeat.
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Die FPÖ unter Strache ist nicht österreichpatriotisch, Strache bekennt sich zwar zum Staat Österreich (was auch völlig in Ordnung ist) aber auch zur deutschen Nation. Natürlich ist Strache populistischer als Haider, aber er hat damit Erfolg und sein Programm finde ich sehr gut. Populismus an sich ist auch nichts schlechtes, denn was heißt Populismus? Das zu sagen, wonach sich das Volk sehnt. |



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