Die Freiheitliche Jugend

Alkoholisierte Autofahrer = Schwerverbrecher?
Freitag, 27. März 2009 um 19:04 Uhr

arnold-kemenater_fj_63Liest man die aktuellen Meldungen der heutigen Tageszeitungen, dann wird einem fast schlecht, wenn man hört, was die Superhirne in Rom umsetzen wollen. Nicht, dass die Strafen schon hoch genug sind, wenn man einmal ein Glas zuviel trinkt. Nein, man wird schon bald strenger bestraft als Kinderschänder oder jene, die wegen versuchten Mordes angeklagt werden.

In welcher Welt leben die Parlamentarier und Senatoren in Rom, wenn sie glauben, sie müssen einen alkoholisierten Autofahrer für mehrere Jahre einsperren und zusätzlich eine Geldstrafe anhängen, die einen nicht nur zum finanziellen Ruin führen, sondern schon soweit gehen, dass sich Leute das Leben nehmen, weil sie keinen Ausweg mehr finden (Bericht in der Tageszeitung).

Ist das das Ziel der Politik? Ganze Familien um ihre Existenz bringen, nur weil die Herrn in Rom den Größenwahn haben?

Natürlich ist es für die Politiker aus Rom einfach, solche Gesetze zu verabschieden. Sie selbst müssen ja nicht täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren, sie werden von einem Chauffeur den ganzen Tag umherkutschiert. Und wenn sie dann doch mal alkoholisiert erwischt werden, dann ist es in diesem Staat ja anscheinend normal, dass die Bestimmten gewisse Privilegien genießen (siehe Fall im Pustertal),  oder man einfach ungeschoren davon kommt wenn man die richtigen Leute kennt. Ja, das ist das wirkliche Problem in diesen Staat: dass vor  dem Gesetz wohl doch nicht alle gleich sind.

Der einfache Arbeiter wird hart bestraft und die Privilegierten kommen einfach so davon! Alkoholisierte Lenker sollen bestraft werden, aber es soll mit Verstand und  Logik vor sich gehen. Man darf keinen Menschen derart verheizen, dass sein ganzes Hab und Gut unter den Hammer kommen.

Ein bisschen mehr Hausverstand und Gerechtigkeit würde diesem Staate nur zu Gute kommen.

Kommentare (2)Add Comment
Gerd Herbst
06. April 2009
Alles eine Frage der Perspektive!

Hallo Herr Kemenater,

wie viele Mütter haben sich schon das Leben genommen, weil alkoholisierte (jugendliche) Autofahrer ihre Kinder oder Männer getötet haben, oder weil sie den Rest ihres Lebens damit verbringen mussten, ihr durch einen Verkehrsunfall mit einem alkoholisierten (jugendlichen) Autofahrer schwerstbehindertes Kind zu pflegen? Alles ist eine Frage der Perspektive und mir fällt an Ihrem Beitrag auf, dass Sie sich mit dem Thema 'Alkohol am Steuer' allein aus Sicht der Täter beschäftigen, während das Schicksal der Opfer an Ihnen vorbei zu gehen scheint.

Um dem Problem 'Alkohol am Steuer' Herr zu werden, muss man annehmen, dass das regelmässige (!) Autofahren unter Alkoholeinfluss ab einem gewissen Grenzwert keine Ordnungswidrigkeit, kein Vergehen mehr ist, sondern - im verkehrsrechtlichen Sinne - ein Verbrechen, welches mit einem Eintrag ins Vorstrafenregister und einer Gefängnisstrafe geahndet werden muss. Erst Recht, wenn dabei Dritte zu Schaden kommen und es sich um einschlägig vorbestrafte bzw. aktenkundige Täter handelt. Das Wiederholungstäter mit einem Teil ihres Vermögens für die entstandenen Schäden haften, finde ich persönlich selbstverständlich.

Mein Mitgefühl gehört den Opfern.

G.H.

Arnold Kemenater
06. April 2009
Kritik

Sehr geehrter Herr Herbst,

ich verstehe ihr Anliegen und ihre Bedenken zu meinem Artikel.
Ich gebe Ihnen natürlich Recht, wenn sie harte Bestrafungen gegenüber alkoholisierten Fahrern mit schwerwiegenden Folgen einfordern. Jedoch finde ich es nicht für gerechtfertigt, wenn ein Fahrer mit geringen Alkoholpegel so hart verurteilt wird, dass seine ganze Existenz bedroht ist.
Welcher Arbeiter mit normalen Durchschnittseinkommen kann es sich leisten, solch hohe Strafen zu bezahlen, oder sogar die Beschlagnahme seines Autos hinzunehmen.
Es fehlt hier in der Gesetzgebung einfach an Realität und klaren Urteilsvermögen.
Ich kann mich damit abfinden, dass Wiederholungstäter strenger bestraft werden,aber die Bestrafung darf nicht zum kompletten Ruin seiner Familie führen. Das Problem ist somit sicherlich nicht aus der Welt geschaffen und ob das ein weiteres Vergehen verhindert bezweifle ich stark. Ich würde Wiederholungstäter zu Sozialstunden bei jenen Menschen verpflichten, die durch alkoholisierte Autofahrer zu Pflegefällen wurden. Erst so merken sie, dass sie durch ihr fehlerhaftes Verhalten großen Schaden an Familien und Angehörigen anrichten könnten. Das wäre sicherlich sinnvoller, als sie finanziell zu ruinieren und somit auch seine Familie zu zerstören.

Ich fasse nochmals kurz meine Meinung zusammen.
Ich bin für eine Bestrafung von Wiederholungs- bzw. Straftätern, aber die Bestrafung muss dem Vergehen angepasst werden und sollte nicht willkürlich einen Menschen um seine Existenz bringen.
Dass den Opfern jedoch die volle Gerechtigkeit und finanzielle Unterstützung gebührt, bin ich voll Ihrer Meinung.

Vielen Dank für Kritik.

Mit freundlichen Grüßen
Arnold Kemenater


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