Die Freiheitliche Jugend

Zum Ableben von Otto Scrinzi
Dienstag, 03. Januar 2012 um 15:02 Uhr

scrinziOtto Scrinzi 93-jährig verstorben

Otto Scrinzi war Zeit seines Lebens nicht nur ein ausgewiesener Südtirol-Freund, sondern vor allem auch ein Politiker, der bleibende Spuren in Österreich hinterlassen hat. 1918 in Lienz in Osttirol geboren, wuchs der väterlicherseits aus Südtirol stammende Scrinzi im geteilten Tirol auf, war später Student in Innsbruck, Riga und Königsberg, beteiligte sich am Aufbau der Katakombenschule in Südtirol und promovierte 1941 zum Doktor der gesamten Heilkunde. Als „Zeit der Bewährung“ erachtete er seinen Kriegseinsatz im Zweiten Weltkrieg, an welchem er als Sanitätsoffizier teilnahm. Nach dem Weltkrieg war Scrinzi dann Mitgründer des „Verband der Unabhängigen“, der Vorgängerpartei der FPÖ, später hochrangiger Politiker der österreichischen Freiheitlichen im Nationalrat und 1986 sogar österreichischer Präsidentschaftskandidat der Freiheitlichen. Bis zuletzt war Scrinzi auch gern gesehener Gast bei seinen freiheitlichen Freunden in Südtirol. Südtirol war und blieb Scrinzi immer Herzensangelegenheit, insbesondere im Rahmen seiner Tätigkeit in der Laurinstiftung, deren Unterstützungen auch denjenigen zugutekamen, die Jahre später nichts mehr davon wissen wollten.

Was Otto Scrinzi sein ganzes Leben lang auszeichnete, war, dass er ungeachtet der politischen Stimmungslage konsequent seinen politisch-weltanschaulichen Standpunkt beibehielt und sich mit keinem Zeitgeist und keinem Vorteilsdenken arrangierte. Scrinzi blieb sich immer treu: Ob mit der FPÖ oder auch gegen die FPÖ, wenn diese nämlich seiner Ansicht nach freiheitliche Grundzüge vernachlässigte und ihm nichts anderes übrig blieb, als sich als „heimatloser Rechter“ aus dem aktiven politischen Geschehen zurückzuziehen, um sich mehr der Publizistik zu widmen. Seine Gegner haben Scrinzi dessen konsequente Zuordnung zum rechten Spektrum immer übel genommen, weil wir noch immer in einer Zeit leben, in der ein linker Stalinist salonfähig zu sein scheint, aber ein gemäßigter Rechter dem extremen Lager zugeordnet wird. Um Scrinzi als Rechtsextremen zu diffamieren fehlen allerdings die klaren Anhaltspunkte, die objektiv und sachlich nachweisen würden, dass Scrinzi mit seinen politischen Ansichten außerhalb des Verfassungsbogens gestanden hätte. Natürlich war Scrinzi ein Kind seiner Zeit. Viele seiner Ansichten und Handlungen mögen für viele Spätgeborene nicht mehr nachvollziehbar sein. Darüber kann man sich natürlich streiten. Was aber bleibt ist Scrinzis bedingungsloser Einsatz für seine Heimat, für sein Volk, für die deutsche Kultur, für sein Österreich, für konservative Werte, für sein Südtirol und für eine standhafte freiheitliche Weltanschauung in einer Welt von morgen. Davor sollten wir uns verneigen.

Michael Demanega

Landessprecher der Freiheitlichen Jugend

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