Die Freiheitliche Jugend

Freistaat Südtirol statt Vollautonomie!
Samstag, 01. Oktober 2011 um 10:33 Uhr

freistaatIn der SVP bekommt man es offensichtlich immer mehr mit der Angst zu tun: Was, wenn sich die Finanzlage Italiens zuspitzt? Südtirol wäre dann mittendrin im Desaster. Und schuld daran wäre eine Mehrheitspolitik, die sich lange schon mit Italien arrangiert hat. Dass man jetzt mit einer „Vollautonomie“ vorprescht (die „Europaregion“ ist offensichtlich tot), mag dem berühmt-berüchtigten Festklammern an den rettenden Strohhalm gleichkommen. Ehrlich ist diese Diskussion aber nicht. Wer Diskussionen so lange verweigert, wie es uns „gut“ geht, und erst dann aus dem Dornröschenschlaf erwacht, wenn es reichlich spät ist, hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Zudem ist es angesichts der innenpolitischen Lage in Italien wenig bis gar nicht realistisch (höchstens populistisch), eine Vollautonomie zu verlangen. Da ist es allemal realistischer, von unserem Recht auf Selbstbestimmung Gebrauch zu machen und an einem Freistaat zu arbeiten. Wir verfügen nämlich über ein international abgesichertes Recht auf Selbstbestimmung. Ein Recht auf Vollautonomie gibt es hingegen nicht.

Zuallerletzt: Vollautonomie bedeutet Verbleib bei Italien. Möglich ist immer nur eine relative Unabhängigkeit, die sich in einem bestimmten Rahmen hält. Und bei allen wirtschaftlichen Vorteilen, die uns eine solche Vollautonomie bringen würde, ist die Wirtschaft doch nicht das Maß aller Dinge. Auch mit einer Vollautonomie würde ein Identifikationsproblem gegenüber einem Staat aufrecht bleiben, der nicht der unsrige ist und nie der unsrige sein wird und der sich immer seine Zuständigkeiten und seine Souveränität behalten wird. Die SVP scheint allerdings längst nur noch der wirtschaftliche Aspekt zu interessieren nach dem Motto: Wo am meisten herausschaut, dort wollen „wir“ hin. Eine Politik mit Werten ist das nicht. Für eine Minderheit ist ein derartiger Opportunismus auf jeden Fall tödlich. Denn feststehen müsste für uns als "Fremde" in diesem Staat doch eines: Wir wollen nicht länger einem Staat angehören, der nicht der unsrige ist. Finanzkrisen hin oder her. Das und nur das ist glaubwürdig und eine echte Minderheitenpolitik.

Michael Demanega

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