Die Freiheitliche Jugend

Freistaat Südtirol: Modellcharakter für ganz Europa
Freitag, 13. Mai 2011 um 11:34 Uhr

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Sergio Romano spricht sich 2006 im "Corriere" für eine echte europäische Lösung der Südtirol-Frage aus

Südtiroler EU-Fans wollen uns einreden, Grenzverschiebungen seien in einem vereinten Europa nicht mehr aktuell und würden einem angeblich europäischen Geist widersprechen. Ein „europäischer Geist“, der sich auf Unrechtsgrenzen des Ersten Weltkrieges bezieht, ist auf jeden Fall ein sehr fragwürdiger europäischer Geist. Ein vereintes Europa kann sich wohl erst dann in den Köpfen der Menschen etablieren, wenn Unrechtsgrenzen beseitigt sind und ein Europa der Völker und nicht ein solches der Staaten, des EU-Zentralismus und der EU-Technokraten verwirklicht wird. Das wäre dann ein echter europäischer Geist, mit dem sich abgesehen von EU-Fetischisten auch das Volk selbst als Subjekt Europas identifizieren könnte. Und das wäre ein Schritt nach vorne, ein echter Fortschritt und eine Überwindung des unheilvollen 20. Jahrhunderts.

Sergio Romano, italienischer Historiker, Journalist und Schriftsteller, hat sich 2006 im „Corriere della sera“ ("Bolzano e l'Italia: un matrimonio malriuscito") mit einer echten europäischen Lösung und einer wirklichen Europaregion befasst, die im Gegensatz zu Südtiroler Europaregion-Erfindungen ohne die Brennergrenze und italienischen Provinzialismus auskommt. So spricht Romano ganz klar von einem italienisch-österreichischen Kondominium als Lösung mit Modellcharakter für Grenzregionen in ganz Europa. Das alles wäre ausgehend vom Ansatz Romanos in einem Freistaat am besten realisierbar, bei welchem Kompetenzen, die Südtirol schlecht selbst ausüben kann, auf Italien und Österreich aufgeteilt werden. Italien würde beispielsweise die Schutzmacht für die Italiener übernehmen und Österreich für die Deutschen und Ladiner. Das und nichts anderes wäre eine wirklich europäische Lösung, nicht italienischer Provinzialismus mit einer abstrakten Europaregion-Illusion. Merkwürdig, dass uns mit Romano gerade ein Italiener sagt, was Sache ist, während sich die Südtiroler Polit-Eliten längst mit der Brennergrenze abgefunden haben.

Alles in allem ist es höchst an der Zeit, die Idee Freistaat mit Inhalten zu füllen und gemeinsam am Konzept Freistaat zu bauen. Grundsätzliches und ein Anfang: http://www.freiheitliche-jugend.com/index.php/unsere-arbeit/kurzmeldungen/1159-freistaat-suedtirol Neue Ideen, Vorschläge, Anregungen, Konzepte, Ansichten, Zusendungen, Beiträge zum Freistaat sind ausdrücklcih erwünscht :-)

Michael Demanega

P.S.: Vielen Dank dem Kommentator für das Zusenden des Links zum Corriere-Artikel.

Kommentare (16)Add Comment
Steffl
13. Mai 2011
Kondominium

Danke, zuviel der Ehre! Ich hatte den Artikel schon ein paarmal gelesen und bin für mich persönlich immer zum Schluss gekommen, dass mir so ein Modell für eine europäische Region zwischen zwei großen europ. Kulturen richtig erscheint, vor allem weil ich es auch wirklich für in nächster Zeit realisierbar halte. Denn auch als politischer Laie kann ich mir zu gut vorstellen, wie unmöglich es ist von heute auf morgen alles selbst zu machen (also z.b im Falle einer etwaigen Republik Südtirol) oder bei einer Rückkehr zu Österreich. Außerdem denke ich, dass man damit auch die Italiener begeistern könnte, da sie somit ausreichend geschützt wären und nicht auf ihr Vaterland Italien (auch im verwaltungstechnischen Sinne) verzichten müssten.

Michael Demanega
13. Mai 2011
...

Ein solches Modell hat effektiv das Potential, von allen 3 Volksgruppen als gemeinsame Zukunftslösung für Südtirol verstanden zu werden. Der Rahmen sollte natürlich ein eigener Staat Südtirol sein. Ein solcher wäre eine echte europäische Lösung, fern von staatlichen und nationalen Machtansprüchen. Bedenkt man zudem, inwiefern die EU heute bereits unseren politischen Alltag bestimmt, dürften am Ende nicht mehr allzu viele Bereiche übrig bleiben, in denen wir als Staat Südtirol effektiv von heute auf morgen alles selbst machen müssten.

Steffl
13. Mai 2011
...

Ich seh es genauso, dieses Freistaat-Modell (also Freistaat immer im ursprünglichen Sinne als eigener Staat und nicht wie Bayern etwa), das ein bissl an Andorra angelehnt ist, wäre vernünftig und würde uns Österreich wieder näher bringen und den Italienern würde ihr Vaterland Italien belassen.

Arnold
14. Mai 2011
...

Ein solcher Staat könnte nur dann überleben wenn man auf Steuerhinterziehung setzt.

Die Idee stammt wohl von Leute die total verwaltungsunerfahren sind.
Ein Freistaat Südtirol würde das Bankrott heissen. Kleinstaaten kann es nur dann geben wenn sie Steuerparadiese sind.

Arnold

Michael Demanega
15. Mai 2011
...

Bankrott? LH Durnwalder ist anderer Meinung. Wahrscheinlich verwaltungsunerfahren.

arnold
16. Mai 2011
...

Ja Michael,

deswegen setzt der LH alles auf dem Freistaat ST

Michael Demanega
17. Mai 2011
...

Dass er nicht drauf setzt, soll nicht bedeuten, dass der Freistaat als solcher unrealistisch ist, nicht überleben könnte und den Bankrott bedeuten würde, sondern dass die Autonomie zumindest für die Südtiroler Volkspartei derzeit opportuner ist.

Pius Leitner
17. Mai 2011
Freistaat

Dazu hat LH Durnwalder der freiheitlichen Landtagsfraktion gesagt: "Natürlich ist Südtirol allein überlebensfähig, das haben wir durchrechnen lassen. Aber wir sind vertragstreu". Will heissen: wir haben den Römern versprochen, brav zu sein!

arnold
20. Mai 2011
...

Ihr sollt das einem Volkswirtschaftler fragen und der wird bestätigen dass Südtirol als Freistaat keine Überlebenchance hat.
Eine Frage wie sollte eigentlich die südtiroler Währung heissen? Habt ihr schon daran gedacht?

arnold

Freiheit
26. Mai 2011
Freistat

@ Arnold Warum würde ein eigener Staat Südtirol den Bankrott bedeuten? Südtirol steht wirtschaftlich sehr gut da, und Italien hat eine der höchsten Verschuldungen in ganz Europa- Österreich ist auch nich gerade unverschuldet, Südtirol hätte das potenzial dazu ein Gerechter, wirtschaftlich und sozial gut funktionierender Freier Staat wenn es das Volk so möchte mit Direkter Demokratie und Bürokratieabbau zu werden. Auserdem könnte der "Freistaat" südtirol die einzigartige Chance des für ein Friedensprojekt zwischen allen Drei Sprachgruppen werden, und somit Vorbildcharakter für ein neues Dezentrales Europa der Völker und Freistaat-Regionen werden.

Arnold
27. Mai 2011
...

Ja Freiheit aber leider wuerden mit einem Freistaat viele viele neue Kosten entstehen. Welche Währung würden wir anwenden? Man kann nicht einfach davon ausgehen wir könnten mit dem Euro weitermachen. Mit einer südtiroler Währung wären wir der Spekulationen ausgesetzt.
Also Freistaat Südtirol kann vielleicht gut wirken aber da bleibt es. Die jenigen die daran glauben sollten sich zuerst volkswirtschaftliche Kenntnisse besorgen.

Leider ist die Wirklichkeit diese, träumen kann man schon aber der Wähler braucht keine Träume sondern unsetzbare Gedanken

Arnold

ko
28. Mai 2011
...

Warum sollten wir eine neue Währung erfinden wenn wir mitten in Eurpa sind und den Euro haben?????

arnold
28. Mai 2011
...

sieht ihr wie naiv und unvorbereitet ihr seid! Man müsste erst mal schauen ob Südtirol in die Eurozone aufgenommen wird!
Ihr gibt Vieles autnomisch, so ist eben die Wirklichkeit nicht!
Leider

Freiheit
30. Mai 2011
Währung:

@arnold:
Ich denke schon das der Euro in Südtirol beibehalten würde. Wenn man sich Italien ansieht mit seiner enorm hohen staatsverschuldung kann man davon ausgehen das der Euro dort nicht lange bestand haben wird. Bei Italien wird Südtirol auf kurz oder lang keine Zukunft haben, Hier in Österreich und Nordtirol gibt es leider zuviel unkenntnise gegenüber der politischen Entwicklung in Südtirol. Kurz alle Drei Sprachgruppen würden mit Sicherheit davon profietieren. Die Grenzen in der EU sind abgabaut, @ arnold, mich würde interesieren was dein alternativ Vorschlag ist, Vollautonomie? Status qu, ? Rückkehr zu Österreich: Bitte verstehe das jetzt nicht als Angriff:
LG

arnold
31. Mai 2011
...

Freiheit nicht die Südtirole müssten entscheiden ob sie das Euro beibehalten würden aber Europa ob es einem Freistaat Südtirol erlauben würde das Euro beizubehalten.

Nur eines ist klar, weg von Rechtsextremismen und Nationalismen. Mann soll die Grenzen abbauen nicht verschieben. Wirtschaftlich ist Europa schon eine Einheit leider politisch nicht, das muss sie werden.

ko
01. Juni 2011
...

und der Staat Südtirol in der Europaregion Tirol ist ein weiterer Schritt in Richtung vereintes Europa der Regionen.
Wenn niemand anfängt mit dem Europa der Regionen wird es auch in 50 Jahren noch nur die Nationalstaaten geben!

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