| 150 Jahre Italien: Südtirol hat sich Besseres verdient |
| Donnerstag, 10. März 2011 um 19:16 Uhr |
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Italien wird 150 – und hat doch nichts zu feiern. Pünktlich zum 17. März mehren sich die kritischen Stimmen, die aufzeigen, wie wenig ruhmreich der Einigungsprozess vor 150 Jahren war. Doch auch aus heutiger Sicht hat Italien nicht allzu viel zu feiern: Selten war Italien gespaltener wie heute. Vielleicht will man gerade deshalb in Südtirol Macht demonstrieren. Die Aussagen verschiedenster italienischer Institutionen halten uns dabei klar vor Augen: Italien wird nie und nimmer auf die Grenze am Brenner verzichten, Südtirol ist in diesem Sinne fester Bestandteil des italienischen Nationalstaates, der nicht einmal ansatzweise in Frage gestellt wird. Nur: Wer hat sich eigentlich etwas anderes erwartet? Wahrscheinlich nicht einmal diejenigen, die mit der Mär von einem vereinten Europa hausieren gehen, in welchem Staaten absolut keine Rolle mehr spielen würden. Aus italienischer Sicht hatte die Autonomie nämlich einen ganz konkreten Sinn: Sie war kein Geschenk und auch kein Zugeständnis, sondern wohl eher ein "Handel": Der Preis war die immerwährende Zugehörigkeit Südtirols zu Italien. Dieser Zugehörigkeit hat die politische Führung der Südtiroler spätestens 1992 zugestimmt. Dass Italien nun – gelinde gesagt – „irritiert“ ist, ist verständlich: Überall dort, wo es Geld zu holen gibt, bekennen sich „die Südtiroler“ ja schon freiwillig zu Italien. Wieso dann nicht gleich konsequent sein? Wieso nicht gleich zu Italien bekennen? Eines ist nach alledem gewiss: Südtirol hat sich eine bessere politische Führung und zwar eine solche, die auch in Rom klar macht: Wir sind keine Italiener, wir wollen auch nie welche werden und haben nicht vor, auf immer und ewig diesem fremden Staat anzugehören. Und nicht nur alle heiligen Zeiten einmal Klartext reden (vorzugsweise sonntags) und dann fünf Mal zurückrudern... Michael Demanega Foto: Flickr.com, Nico Knoll, bestimmte Rechte vorbehalten: http://www.flickr.com/photos/nicoknoll/3966641164/ Kommentare (0)
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