Die Freiheitliche Jugend

"Frei heraus!" - Uns gehört die Zukunft!
Freitag, 23. Juli 2010 um 10:43 Uhr

stammtischVon E. M. Arndt *

Facebook: Die politischen Parteien im Vergleich

Neuestens machte ich, als ich wieder einmal in Facebook herumstöberte, eine interessante und hoffnungsvolle Entdeckung.

Ich sah mir nämlich die Fanseiten der österreichischen Parteien an. Die Mitgliederzahlen spiegeln hier ganz und gar nicht die reale Stimmenstärke der Parteien wider.

Hier die Aufteilung in Österreich:

ÖVP (konservativ) 3.822 Fans
SPÖ (sozialdemokratisch) 7.182 Fans
FPÖ (national) 3.893 Fans
Grüne (linksliberal) 2.983 Fans

Sehr erfreulich ist hier aus unserer Sicht das gute Abschneiden der FPÖ. Obwohl ich diesen Daten jetzt keine allzu hohe Bedeutung schenken möchte (die Facebook-Welt ist ja sehr schnelllebig), bestärken sie schon den Trend, wie auch viele andere Studien bestätigen, dass Jugendliche vermehrt rechts wählen.

Nun wollte ich sehen, ob diese erfreuliche Entwicklung bloß in Österreich (aufgrund der ausgezeichneten Jugendarbeit der FPÖ), oder in ganz Europa ersichtlich ist. Ich verglich also die Fanseiten der Parteien der drei wichtigsten europäischen Länder: Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Und siehe da, die Rechte ist immer vorn dabei!

Beginnen wir mit Frankreich:

UMP (konservativ) 3.772 Fans
Parti socialiste (sozialdemokratisch) 9.048 Fans   
Front National (national) 15.764 Fans
Grüne (linksliberal) 7.786 Fans

Einfach beeindruckend! Der Front National ist stärker als Sarkozys Konservative und die Sozis. Allerdings erschwert das demokratiefeindliche französische Mehrheitswahlrecht immer den Einzug des FN in das Parlament.

Nun Großbritannien:

Conservatives (konservativ) 117.335 Fans
Labour (sozialdemokratisch) 68.706 Fans
Liberal Democrats (liberal) 96.648 Fans
British National Party (national) 37.381 Fans
Green Party (linksliberal) 11.626 Fans

Außergewöhnliche Ergebnisse auf der Insel! Also entweder sind die Briten alle Facebook-verrückt oder die englischen Parteien investieren wirklich viel Zeit und Geld in eine exzellente Internetarbeit. Aber auch hier ist wieder die rechte BNP, die sich um einiges radikaler als beispielsweise die FPÖ gibt, vorn mit dabei.

Jetzt aber nach Deutschland:

CDU/CSU (konservativ) 6.369 Fans
SPD (sozialdemokratisch) 10.948 Fans
FDP (liberal) 7.647 Fans
Grüne (linksliberal) 8.606 Fans
Linke (sozialistisch) 4.731 Fans
NPD (national) 1.898 Fans

Naja ich bin nicht sehr überrascht, dass es in Deutschland zahlreiche Fans links der Mitte gibt. Durchaus beachtlich aber auch hier das Ergebnis der Rechten. Dass eine Partei wie die NPD, die nicht nur immer von den volksfeindlichen Medien ins Abseits gestellt wird, sondern sich auch selbst oft genug durch ihr Auftreten und ihre Programmatik ins politische Abseits stellt, trotzdessen mit den anderen Parteien mithalten kann, ist zumindest ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Gesamteuropäisch gesehen kann man also feststellen, wie auch immer wieder von Politikwissenschaftlern behauptet wird, dass die großen Volksparteien langsam aber sicher an Bedeutung verlieren werden und starken jungen linken Parteien und noch stärkeren Rechtsparteien Platz machen müssen.

Und jetzt noch ein letzter Vergleich zum Schluss:

Südtiroler Volkspartei 598 Fans
Die Freiheitlichen 820 Fans

Junge Generation 375 Fans
Freiheitliche Jugend 524 Fans

Uns gehört die Zukunft! ;-)

Alle Daten beziehen sich auf den 20.07.2010.

 

Kommentare (14)Add Comment
ko
23. Juli 2010
...

Interessanter Vergleich, aber die Süd-Tiroler Freiheit fehlt. Ich glaube sogar die haben noch ein paar Fans mehr!

Michael Demanega
23. Juli 2010
Vergleich

Ich denke, die Süd-Tiroler Freiheit wird nicht berücksichtigt, weil sie von sich behauptet, keine Partei zu sein.

Simon
23. Juli 2010
...

....und Süd-Tiroler Freiheit 1.076 Freunde (Stand 23.07.2010). Das muss man bei aller Ehrlichkeit erwähnen.

Michael Demanega
23. Juli 2010
@Simon

Klar. Nur: Was soll das im Rahmen dieses Vergleichs bedeuten? Ist die "Süd-Tiroler Freiheit" Partei oder nicht? Ist sie links oder rechts? Wo ordnet sie sich weltanschaulich ein? So lange diese Fragen nicht klar zu beantworten sind, kann die "Süd-Tiroler Freiheit" meiner Meinung nach in einem derartigen Vergleich nicht erfasst werden.

Simon
23. Juli 2010
...

Laut Eigendefinition handelt es sich um eine liberal-patriotische Bewegung. Es gibt unter ihren Mitgliedern ein sehr Breites Feld bezüglich der Weltanschaung, das dem Hauptanliegen, das Selbstbestimmungsrechts für Südtirol unterworfen wird.

Arndt
23. Juli 2010
Süd-Tiroler Freiheit

Ich habe die Süd-Tiroler Freiheit nicht dazugeschrieben, weil ich den letzten Vergleich zum Schluss nur mehr zwischen uns und der Sammelpartei machen wollte und nicht alle Südtiroler Parteien vergleichen wollte. Das war mehr so als witziger Schluss im Essay gedacht.
Die Süd-Tiroler Freiheit an zweifelsohne mehr Fans als wir, dass muss man neidlos anerkennen. Ich gönns euch ja auch!
Aber Partei seit ihr wirklich keine^^
Bei Wirtschafts-, Ausländer- und Gesellschaftsthemen erkennt man kein Profil, das man in ein politisches Spektrum einbauen könnte...

phoenixblob
23. Juli 2010
...

Schon interessant, dass im Zusammenhang mit dem Front National, der BNP und der NPD nicht ein einziges Mal (!) das Wort "rechtsextrem" fällt.

Michael Demanega
23. Juli 2010
Extremismus

Wenn es schon im Text nicht klar wird, stelle ich für mich in einem Kommentar klar: Mit den beiden ersten Parteien habe ich mich nie auseinandergesetzt, letztere steht für mich weltanschaulich, inhaltlich und praktisch weit außerhalb der Wählbarkeit, da sie einen politischen Extremismus verfolgt, der mit freiheitlichem Denken nicht vereinbar ist.

phoenixblob
23. Juli 2010
...

@Michael
Danke für die Klarstellung.

Der Autor hat sich aber offensichtlich schon mit den Parteien auseinandergesetzt, wenn er es schade findet, dass der Front National nicht den Einzug in das Parlament geschafft hat, und wenn er von der "rechten BNP" spricht.

Arndt
24. Juli 2010
phoenix

Schon interessant, dass ich im Zusammenhang mit der Linkspartei nicht einmal das Wort "linksextrem" erwähnt habe...
Zur NPD habe ich mich ja schon geäußert.
Der FN und die BNP sind rechtsdemokratische Parteien, die sich von jedwedem politischen Extremismus distanzieren.

phoenixblob
26. Juli 2010
...

Bezüglich Linkspartei:
Der Verfassungsschutz schreibt dazu:
"Zu unterscheiden sind linksextremistische Parteien, wie z.B. die "Deutsche Kommunistische Partei" (DKP) und die "Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands" (MLPD) von der Partei "DIE LINKE", bei der lediglich tatsächliche Anhaltspunkte für linksextremistische Bestrebungen vorliegen."
In Ostdeutschland sitzt die Linkspartei in einigen Landesregierungen und mir wäre nicht bekannt, dass dort dadurch in irgendwelcher Weise die Demokratie bedroht wäre.
Besonders in Westdeutschland gibt es einige radikale Gruppierungen in der Linkspartei.
Das ambivalente Bild dieser Partei setzt sich darin fort, dass die Linkspartei in einigen Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet wird, in anderen wiederum nicht.
Auch die Politikwissenschaft ist sich nicht einig, ob die Linkspartei eine linksextreme Partei ist.

Bezüglich BNP und FN:
entweder du hast dich mit diesen Parteien auseinandergesetzt oder schlimmer du verharmlost eindeutige rechtsextreme Tendenzen bei diesen Parteien.

Zuerst zur BNP:
Erst nach einem Gerichtsurteil von 2009 änderte die BNP ihre Parteistatuten, sodass auch nicht-Weiße Parteimitglied der BNP werden konnten.
Die Partei betrachtet nicht-weiße Menschen nicht als Briten, auch wenn sie in Großbritannien geboren sind und sich eingebürgert haben.
Die Partei akzeptiert praktizierende Sikhs oder Hindus nicht als Briten.
Die Partei ist gegen Ehen zwischen verschiedenen Rassen, weil die "Differenzen zwischen den Rassen" beibehalten werden müssen.
Die BNP fordert die Wiedereinführung von Körperstrafen (Peitschenhiebe, ...) und die Todesstrafe für Pädophile, Terroristen und Morder.
Der Gründer der Partei, John Tyndall, sagte: "Mein Kampf ist meine Bibel".
Unter http://news.bbc.co.uk/hi/engli...iminal.stm gibt es eine lange Liste von BNP-Funktionären, die bisher mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind.

Nun zum Front National:
Parteichef Le Pen wurde schon mehrfach wegen Körperverletzung, Verharmlosung von Kriegsverbrechen, Verharmlosung des Holocausts, Aufstachelung zum Rassenhass und Verleumdung verurteilt.
Le Pen bezeichnete die Konzentrationslager und die Gaskammern als Detail des Zweiten Weltkrieges. Zudem sei die Besetzung Frankreichs durch Nazi-Deutschland "nicht so inhuman" gewesen.
Er sagte, dass er an die Ungleichheit der Rassen glaube.
Der Front National fordert die Wiedereinführung der Todesstrafe.
Es gibt mehrere Vorfälle, bei denen FN-Aktivisten Menschen körperlich angegriffen haben oder sogar ermordet haben.
Le Pen forderte, dass 3 Millionen Nicht-Europear in ihre Heimat zurückgeschickt werden sollen.

UND DAS SIND DEMOKRATISCHE PARTEIEN?

Wenn du dich über diese Parteien nicht informiert hast, dann ist das eine Sache, aber wenn du leugnest, dass diese Parteien rechtsextrem sind, dann würde ich mir anstelle der Freiheitlichen Jugend gut überlegen, ob diese Person als Gastschreiber bzw. Parteimitglied (falls dies der Fall sein sollte) weiterhin tragbar ist.

Michael Demanega
27. Juli 2010
Frei heraus!

Für mich ist eines klar: Es wird in Zukunft keine Berichte mehr über derartige Parteien geben, mit denen wir nichts zu tun haben wollen und auch nichts zu tun haben. Den Rest werden wir innerhalb der Freiheitlichen Jugend besprechen.

Arndt
28. Juli 2010
Aha

Aha und woher hast du bitte deine Informationen?
Die schwachsinnigste deiner Aussagen ist wohl "die BNP aktzeptiert praktizierende Sikhs oder Hindus nicht als Briten", dann ist dir wohl entgangen, dass ein prominenter Sikh, Rajinder Sing, ein BNP Mitglied ist.
Aber eins nach dem anderen.
Natürlich ist die Linkspartei keine linksextreme Partei, aber wie du selbst sagst, liegen Anhaltspunkte für linksextremistische Bestrebungen vor. Zahlreiche Mitglieder und Funktionäre der Linken waren Stasi-Mitglieder und das Verhältnis der Linken zur autonomen linksextremen Szene ist auch nicht gerade distanziert.
Zu deinen Punkten zur BNP und dem FN:
Was irgendwelche Einzelpersonen, wie John Tyndall, die schon längst nichts mehr zu sagen haben, in der Vergangenheit von sich gegeben haben ist mir ziemlich egal.
Die Forderung nach Einführung der Todesstrafe teile ich nicht, aber warum sollte dies rechtsextrem sein?
Sind die USA dann ein rechtsextremes Land oder wie?
Ich habe keine Lust auf alle deine Punkte einzeln einzugehen, aber auch andere Aussagen die du hier angegeben hast, sind vielleicht etwas radikal aber in keinster Weise undemokratisch. Undemokratisch sind jene Kräfte die versuchen solche Meinungen, anhand der Political Correctness verbieten zu lassen.
Tatsache ist, dass es in den Programmen der BNP und dem FN im Jahre 2010 nichts gibt, dass gegen den Rechtsstaat oder gegen die Demokratie verstoßen würde.
Für mich ist das Thema abgeschlossen.

phoenixblob
02. August 2010
...

"Aha und woher hast du bitte deine Informationen?"

Englische Wikipedia-Version. Dort findest du für alle von mir gennanten Punkte Belege.

"Die schwachsinnigste deiner Aussagen ist wohl "die BNP aktzeptiert praktizierende Sikhs oder Hindus nicht als Briten", dann ist dir wohl entgangen, dass ein prominenter Sikh, Rajinder Sing, ein BNP Mitglied ist."

Das eine schließt das andere nicht aus. Es steht NICHT "die BNP akzeptiert praktizierende Sikhs oder Hindus nicht als Parteimitglied" sondern "die BNP akzeptiert praktizierende Sikhs oder Hindus nicht als BRITEN"

"Die Forderung nach Einführung der Todesstrafe teile ich nicht, aber warum sollte dies rechtsextrem sein?"

Dir Forderung nach Todesstrafe ist nicht unbedingt ein Merkmal von rechtsextremen Parteien, sondern allgemein ein Merkmal von politischen Extremismus, da dies ein eklatanter Verstoß gegen die Menschenrechte darstellt.
Wenn die BNP und der FN ein politisches Programm wie beispielsweise SPD, CDU, SPÖ, ÖVP usw. vertreten würden, nur abweichend die Todesstrafe fordern würden, dann wäre ich mit der Bezeichnung "rechtsextrem" vorsichtig, aber gemeinsam mit den anderen genannten Punkten rundet die Forderung nach Wiedereinführung der Todesstrafe das Bild einer rechtsextremen Partei schön ab.

"Undemokratisch sind jene Kräfte die versuchen solche Meinungen, anhand der Political Correctness verbieten zu lassen."
Das Argument musste selbstverständilch kommen. Dieser böse böse phoenixblob verbietet mir die Meinung.
HALLO! Hier geht es um Menschenrechte, um die Säulen unserer demokratischen Grundordnung, um unsere Verfassung und nicht um ein Toilettenpapier, an dem man sich sein Hinterteil abwischt.

Wenn es um die Bedrohung der Demokratie durch islamische Fundamentalisten geht, sind die Freiheitlichen meistens einer der ersten Parteien, die laut aufschreien, aber wenn es um westliche rechtsextreme Parteien geht, dann ist das alles halb so schlimm, weil man ja nur seine Meinung ausdrückt. *kopfschüttel*

Ich wiederhole mich gerne: Der Kommentar von Michael hat mich positiv gestimmt, aber wenn ich mir die Beiträge von Arndt ansehe, dann habe ich den Eindruck, dass hier mindestens einer (hoffentlich sind es nicht mehrere) einige Schwierigkeiten hat sich von rechtsextremen Ansichten und Parteien zu distanzieren.

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