Die Freiheitliche Jugend

"Frei heraus!": Ich wünsche meinem Volk: Armut!
Freitag, 06. August 2010 um 15:03 Uhr

freiheraus-heimatVon Guy Fawkes*

Eigentlich sollte man seinem Volk immer nur das Beste wünschen, doch in Anbetracht der Lage in der sich die Südtiroler Bevölkerung befindet würde ich ihr wünschen in Armut zu verfallen.

Wir leben in einer Gesellschaft in der Geld und Wohlstand das Allerwichtigste sind. Fragt man in der heutigen Zeit einen jungen Menschen, was er sich in seiner Zukunft wünscht, dann erhält man meistens die Antwort: „viel Geld“. Wir leben im Überfluss, konsumieren, verschließen die Augen, solange man „shoppen“ gehen kann, ist die Welt rund um uns herum in Ordnung. Wie sagt man doch so schön: „Ins geats jo guat“. Unsere Jugend läuft falschen Werten hinterher. Die neuesten Markenklamotten, Schuhe, das letzte IPhone, ein „getuntes“ Auto, die nächste Mahlzeit bei McDonalds, die nächste Party im Vollrausch, all diese Dinge scheinen wichtig, es geht nicht ohne.

Geschickt werden unsere Gehirne gewaschen, unsere Gedanken geplündert, durch Werbung vergiftet und Medien manipuliert. Dieser ganze Saus und Braus, dieser inszenierte, falsche Wohlstand in dem wir leben, blendet uns, hält uns davon ab die wirklich wahren Werte im Leben zu sehen und zu verfolgen. Schlimmer noch, er versucht sie gezielt abzuwerten. Familie, Heimat, Sprache, Kultur und Tradition sind nicht mehr „cool“ oder angesagt. Das ist doch nur noch etwas für alte Leute und Ewiggestrige. Und als solche will man doch nicht abgestempelt werden.

Doch eine Frage sollten wir uns stellen:

Was geschieht wenn eines Tages dieser Wohlstand zerfällt und das ganze schöne Geld nichts mehr wert ist? Welche Werte gelten dann, auch in diesen (uns höchstwahrscheinlich bevorstehenden) Zeiten?


Der Beitrag "Ich wünsche meinem Volk: Armut!" ist der erste Beitrag eines jungen Südtirolers, der unter dem Pseudonym "Guy Fawkes" schreibt. Wenn auch Du einen Beitrag für die Seite der Freiheitlichen Jugend schreiben willst, dann melde Dich bei Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. | Südtirol braucht engagierte Jugendliche, die für Werte wie Heimat und Freiheit begeistern! Die Freiheitliche Jugend - Junge Politik mit Inhalten.

Kommentare (7)Add Comment
Michael Demanega
07. August 2010
Wertediskussion!

Sehr interessanter Beitrag zur grundlegendsten Frage unserer Zeit: Für welche Werte lohnt es sich zu leben? In diesem Sinne müssen wir als Freiheitliche Jugend noch stärker wirken und die Wertediskussion offensiv führen. Das ist unser Auftrag, den andere nicht erfüllen können! Uns muss es darum gehen, unserer Jugend Halt und Orientierung zu geben und damit langfristig etwas zu bewegen. Denn von der materialistischen Politik Marke SVP haben viele definitiv genug!

Freigeist
19. August 2010
Werte

"Familie, Heimat, Sprache, Kultur und Tradition sind nicht mehr „cool“ oder angesagt. Das ist doch nur noch etwas für alte Leute und Ewiggestrige. Und als solche will man doch nicht abgestempelt werden."

Manche Menschen streben zum Glück nach weitreicherenden Dingen.
Schön und gut sind die Werte die du vertritts, doch arm ein Mensch, der sich auf diese beschränkt.
Es gibt noch Werte abseits deines trivialen Dualismus: Geld auf der einen Seite und "Familie, Heimat, Sprache, Kultur und Tradition".

Wenn ich an Menschen denke die sich auf die genannten Werte beschränken, dann muss ich spontan an das Klischee des typischen muslimischen Einwanderers in Deutschland denken.

Michael Demanega
19. August 2010
Werte

Mich würde jetzt ganz glühend interessieren, welche "weitreichenderen" Dinge Du da meinst?

Freigeist
20. August 2010
Werte

Sehr gerne Michael.

Zum einen sind die genannten Punkte für mich keine Werte im eigentlichen Sinn, weil sie alles und nichts heißen können. Tradition und Kultur kann das Tragen der Tracht sein, Entzünden des Herz-Jesu-Feuers, es kann weibliche Genitalverstümmelung sein oder exzessiver Alkoholgenuss (da hier über die südtiroler Jugend geredet wird: Neujahrsanspielen, Studentenverbindungen usw.) um einige Beispiele aufzuzeigen.
Tradition und Kultur kann je nach Kontext die verschiedensten Formen annehmen und kann nicht generell als positiv angesehen werden (jeder mit einem Hauch Geschichtskenntnis kann sich Ausmalen wo wir mit dem ewigen Festhalten an Traditionen geblieben wären), genauso ist Geld kein Wert sondern ein Mittel - nur um diesen Aspekt kurz anzuschneiden.

Nun zu den Punkten "Familie, Heimat, Sprache, Kultur und Tradition" im Hinblick auf die deutschsprachige südtiroler Situation - um bei der Sichtweise des Autors zu bleiben und nicht vom Thema abzuschweifen.
Ich, als Jugendlicher, sehe sie als äußert wichtigen Teil des Fundaments meines Lebens an, als meine Wurzeln. Nicht mehr aber auch nicht weniger, für mich können diese Punkte weder Lebensziel noch Inhalt sein.

Als Jugendlicher strebe ich unter anderem danach die Welt kennenzulernen, mich auf breiter Basis weiterzubilden - auch Fremdsprachen zu erlernen (was der Autor wohl nicht mit dem Punkt "Sprache" ansprechen wollte), meinen Leidenschaften nachzugehen, auf eine erfüllende Position im Arbeitsleben hinzuarbeiten.

Das ich Traditionen nachgehe wie zB. den Florianitag (als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr) feiern oder mich an dem Entzünden des Herz-Jesu-Feuer beteiligen ist für mich ein nicht zu vernachlässigender Teil meines Lebens, aber weder Zentrum noch Hauptinhalt meines Lebens.

Die "Wohlstandsgesellschaft" hindert mich nicht Traditionen oder den anderen von dir genannten "Werten" nachzugehen, ganz im Gegenteil. Wie am Anfang angeschnitten ist Geld nämlich ein Mittel und kein Wert, schon gar kein Gegenstück zu den "Werten" die du aufgezählt hast.
Um Traditionen und Kultur zu leben braucht es nämlich neben den Menschen die diese lebe auch die Mittel.

Ich maße mir mal an über deine Gedankenwelt zu spekulieren. Du siehst gegenwärtig wahrscheinlich eine Tendenz in der Jugend, die dahin führt, dass es ihr egal ist ob sie nun Italiener, Südtiroler, Deutsche, Österreicher oder was auch immer sind - als Konsequenz draus deshalb auch die vermeintliche "identitätszersetzende" Zugehörigkeit zu Italien in Kauf nehmen.
Lieg ich da richtig?
Materielle Armut würde dieser Gleichgültigkeit sicher entgegenwirken. Denn wenn man keine anderen Möglichkeiten und Perspektiven hat, muss man sich auf die Wurzeln beschränken. (um das Symbol am Anfang meines Kommentars wieder aufzugreifen) Wünschenswert wäre doch viel eher Jugendliche die starke Wurzeln, einen Rückhalt durch Familie, Freunde, Traditionen und Kultur genießen, und daraus zu starken, großen weitverästelten Bäumen werden und nicht zu engstirnigen, eindimensionalen, einfältigen, intoleranten, (chauvinistischen) die sich ausschließlich auf ihre Wurzeln beziehen (können).

Michael Demanega
20. August 2010
Werte

Danke für die ausführliche Antwort und den Einblick in Deine Gedankenwelt. Du wirst allerdings zugeben müssen, dass selbst jene Werte, die Du als erstrebenswert betrachtest "alles und nichts heißen können". Und Du wirst damit leben müssen, dass es Menschen gibt, die Deine Wertsetzungen als Grundlagen und Fundamente und nicht als Lebensziel und Inhalt betrachten und dass diese Menschen andere Dinge als "weitreichendere" Werte betrachten werden, als Du. Ja, so weit können Interessen auseinander gehen.

Bei Deiner Antwort tue ich mir nur schwer, nachzuvollziehen, an welchen Stellen sie mich betrifft und an welchen Stellen der Autor des Beitrags (der ich nicht bin, weil es sich um eine Zusendung handelt) gemeint ist. Ich würde den Beitrag "Ich wünsche meinem Volk: Armut" als einen polemischen Diskussionsanstoß werten, bei dem ich nicht davon ausgehe, dass der Autor unserem Volk tatsächlich Armut wünscht, sondern dass der Aufsatz vor allem dazu anregen sollte, dass sich ein jeder von uns überlegt, für welche Werte es sich zu leben lohnt. Wie man sieht ist die Anregung in Deinem Fall geglückt. Und darum soll es uns auch gehen: Wertediskussionen führen, die für andere längst keine Rolle mehr spielen, dabei auch und vor allem zu verschiedenen Antworten kommen und nach gemeinsamen Nennern suchen.

Grundsätzlich ist meine Gedankenwelt etwas komplexer und beschränkt sich bei Weitem nicht auf das Thema Nationalität, obwohl man als Grenzdeutscher natürlich einen besonderen Bezug zum Thema hat. Mein Hauptinteresse gilt freiheitlicher Politik, die selbstverständlich auch eine wirtschaftliche Schlagseite hat.

Freigeist
20. August 2010
Werte

"Du wirst allerdings zugeben müssen, dass selbst jene Werte, die Du als erstrebenswert betrachtest "alles und nichts heißen können""

Das stimmt weil das ja auch genauso keine Werte sind, das sollten die weiterreicherenden Dinge sein, die du konkretisierst sehen wolltest.
Der vorherige Kommentar war rein auf den Beitrag des Autors bezogen.

Um es kurz zu machen hier ein Auszug aus den Werten die mir im Bezug auf mein Handeln wichtig sind: Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Vernunft, Pünktlichkeit, Beharrlichkeit, Zielstrebigkeit, Verständnis, Nächstenliebe, Treue, Toleranz...

Stichwort "Diskussionsanstoß", einen solchen kann ich nur befürworten, der von dir angesprochene polemische Aspekt ist was mich an ihm stört.

Vereinfacht: "Wir vernachlässigen Familie, Heimat, Sprache, Kultur und Tradition. Wenn der materielle Wohlstand nicht mehr gegeben ist, haben wir rein garnichts mehr!"Für mich liest sich der letzte Satz "Welche Werte gelten dann, auch in diesen (uns höchstwahrscheinlich bevorstehenden) Zeiten?" wie eine rhetorische Frage. Zudem kann ich der implizierten Unvereinbarkeit zwischen materiellen Wohlstand den obigen Punkten nicht zustimmen.

Würde mich über einen klärenden Kommentar des Autors freuen!

Freigeist
21. August 2010
Berichtigung

Falls es missverstanden wurde, wenn ich mich auf "Familie" bezog dann nicht im Sinne von eine Familie gründen, sondern auf die Familie in der ein Jugendlicher aufwächst.
Eine Familie zu gründen erkenne ich nämlich genauso als sinnstiftend und möglichen Lebensinhalt an, für mich persönlich ist dies aber mit meinen 20 Jahren noch kein aktueller Lebensinhalt. :)

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