Die Freiheitliche Jugend

"Frei heraus!": Deutschenfeindlichkeit in Südtirol
Montag, 19. Juli 2010 um 17:00 Uhr

deutschlandVon E. M. Arndt *

In Südtirol redet man jederzeit viel über Fremdenfeindlichkeit. Dabei wird diese jedoch stets nur gegenüber Andersfarbigen oder Muslimen thematisiert. Ein anderes Bild der Fremdenfeindlichkeit gibt es in Südtirol aber immer wieder alle 2 Jahre, nämlich zu Fußball Welt- und Europameisterschaften. Bei vielen deutschen Südtirolern herrscht, für mich unerklärlicherweise, ein regelrechter Deutschenhass (bei zahlreichen Italienern natürlich auch). Man jubelt für jedes Team, das gegen Deutschland spielt, man tritt Facebookgruppen, wie „Is doch egal wer die WM gewinnt, Hauptsache nicht Deutschland“ oder „54, 74, 90 und hoffentlich nie wieder“ bei und veranstaltet Hupkonzerte wenn die deutsche Mannschaft ausscheidet.

Aber warum? Worin wurzelt diese Abneigung gegenüber Deutschland? Wieso stellen sich so viele deutsche Südtiroler gegen ihre eigene Nation? Um für diese Tatsachen eine plausible Erklärung zu finden, bedürfte es wohl einer tiefergehenden soziologischen Untersuchung. Ich möchte hier nur kurz meine Thesen darüber darstellen.

Eine erste Begründung könnten vielleicht die vielen deutschen Touristen sein, die einige Südtiroler oftmals als herablassend und arrogant empfinden. Dies wird sicherlich stimmen, allerdings sollte man dabei beachten, dass die meisten unserer deutschen Gäste über fünfzig und eher wohlhabend sind, dass Direktheit in Gesprächen ein Kennzeichen nordeuropäischer Völker ist und dass es auch sehr viele höfliche und freundliche deutsche Touristen gibt. Schließlich muss aber festgehalten werden, dass Südtirols wichtigster Wirtschaftszweig der Tourismus ist und dass Deutsche den absoluten Großteil unserer Touristen ausmachen. Ohne den deutschen Tourismus wäre Südtirol ein großes Stück weit ärmer und man bedenke bloß wieviel Arbeitsplätze in unserem Land vom Fremdenverkehr direkt und indirekt abhängig sind.

Weiters könnte die deutsche Hochsprache, die von vielen Südtirolern als hochnäsig und gestochen empfunden wird, ein Grund für die Abneigung gegenüber Deutschen sein. Hier sollte man aber nicht außer Acht lassen, dass dies auch unsere Hochsprache ist. Auch unsere Tagesschausprecher berichten in Hochdeutsch, unsere Politiker (nicht alle) reden in Hochdeutsch und unsere Lehrer in Schulen sprechen auch Hochdeutsch. Der deutsche Sprachraum ist in sehr vielen Dialektgebieten (Preußisch, Sächsisch, Fränkisch, Bayrisch, Steirisch, Tirolerisch, …) unterteilt. Die Liebe zum eigenen Dialekt sollte hochgehalten werden, aber nie zu einer Abneigung unserer Hochsprache führen.

Ob wir es also wollen oder nicht, wir deutschen Südtiroler sind auch Deutsche. Unser Land bildet den südlichsten Teil des geschlossenen deutschen Sprach- und Kulturraumes. Auch wir dürfen uns zu dieser großartigen Nation, die solche große Persönlichkeiten, wie Goethe, Humboldt, Kant, Mozart, Schiller, Plank, … hervorbrachte, zählen.

Letztlich möchte ich noch die antideutschen Südtiroler daran erinnern, dass wir unsere Autonomie, neben Österreich, auch ein Stück weit der Bundesrepublik Deutschland verdanken können, die als damaliger wichtigster Wirtschafts- und Handelspartner Italiens sanften aber stetigen Druck auf Italien ausübte.

All diese Feststellungen sollten jenen Südtirolern, die sich bei WM’s leidenschaftlich gegen Deutschland stellen, oder gar zur italienischen Flagge greifen, zu bedenken geben.

*Pseudonym

Kommentare (10)Add Comment
Michael Demanega
19. Juli 2010
"Scheiss Piefke!"

"Scheiss Piefke!" - Wie oft haben wir das schon gehört? Gerade die, die ansonsten immer überall politisch korrekt den Zeigefinger heben, scheint das nicht weiters zu stören. Da sind sie lieber einmal mehr "brav" still. Gegen Deutsche darf man ja hetzen. Traurig, aber wahr.

Rooneyibk
19. Juli 2010
...

"Wieso stellen sich so viele deutsche südtiroler gegen ihre eigene nation???"
südtirol hat nie zu deutschland gehört sondern zu österreich.

Michael Demanega
19. Juli 2010
Ö & D

Eine Nation ist kein Staat. Wenn man sonst nichts zur Hand hat, sollte man das zumindest bei Wikipedia nachschlagen: http://bit.ly/bXHMlL

Zu Österreich und Deutschland nur so viel: Bis 1918 war es für alle Österreicher klar, dass sie gleichzeitig auch Deutsche sind.

Jimmy
22. Juli 2010
Hetze

Einen grossen Beitrag zum (Fussball-)Deutschlandhass leistet das bekannte Klatschblatt "Bild". In meinem Bekanntenkreis regen sich viele über die Überhebliche Art des Blattes auf, nach welchem nur die Deutsche Nationalmannschaft gut Fussball spielt und alle anderen schlecht sind. Dies ist zwar kein triftiger Grund, aber man muss zugeben, das so ein Verhalten seitens einer grossen Zeitung nicht förderlich ist!
Ausserdem will ich hinzufügen dass sich meiner Meinung nach dieser sog. Deutschlandhass weitgehend auf den Fussball beschränkt!

Armin P.
23. Juli 2010
...

Hallo,

dieser "Artikel" ist wirklich amüsant zumal da der "Hass" gegen die deutsche Fußballmanschaft wohl nirgend größer ist, als in Österreich ;-)

Jodelrutscher
23. Juli 2010
Lächerlich...

... finde ich diesen Artikel.

Wie bei der WM 2010 wieder gesehen fühlen sich die Piefke (wie sie Herr Demanega nennt) nach einem 4-0 gegen Fußballzwerg Australien bereits als Götter, vergleichen unverschämterweisse Özil mit Messi, singen selbst Hasslieder ala "Nur Italien nicht" (weil sie in ihrer Geschichte noch nie gegen Italien gewinnen konnten und schlechte Verlierer sind..) und singen bereits 2006 davon dass sie 2010 Weltmeister sind.

Es war für mich eine große Freude, dass Spanien die Deutschen wieder einmal total deklassiert hatte und endlich den Sommeralptraum beendeten.

Fakt ist, Südtirol hat gar nichts mit Deutschland tun. Ich verstehe nicht warum einige Südtirol mit Deutschlandfetzen durch die Gegend laufen. Bei einer Sympathie zu Österreich hingegen kann ich das verstehen. Aber unseren rechten Kollegen von Schützen, Freiheitlichen und anderen Gleichgesinnten wird eine Mannschaft die nur Mittelmaß ist wohl nicht gut genug sein. Schon gar nicht wenn sie mit dem Feindbild Italien nicht mithalten kann.

Matthias
30. Juli 2010
Bayern samma mir!

Von den 10 häufigsten Familiennamen in Südtirol sind 9 eindeutig bayerischen Ursprungs. Gamper ist wohl ladinischen Ursprungs (lat. Campus).

1. Mair 4438
2. Hofer 4075
3. Pichler 3507
4. Kofler 3376
5. Gruber 2901
6. Pircher 2483
7. Gasser 2315
8. Egger 1944
9. Thaler 1904
10. Gamper 1891

Deshalb würde ich Südtiroler eher als Bayern ansehen denn als "Deutsche" ;)

http://de.wikipedia.org/wiki/S...iliennamen

hubert seppi kaltern
18. August 2010
kontra lächerlich

Wir Tiroler aus dem südlichen Raum,da könnten wir hin und her diskutieren wie man will, waren lange Zeit Bestandteil des römischen Reiches deutscher Nation (bis 1805). Auserdem wegen dem "Deutschlandfetzen". Diese Flagge wurde als Einheit dem deutschen Volke erkoren in der Zeit wo das deutsche Volk in 50 Länder aufgeteilt war. Bei der Zusammenstellung dieser drei Farben (schwaz,rot-gold) waren auch bekannte Persönlichkeiten aus dem Tiroler Raum. Sogar auch aus dem südlichen Teil.

hardstyle
03. September 2010
user Vaterland

egal
wir sind alles deutsche
es gibt aba viele arten deutscher zu sein
preuse,sachse,franke schwabe,Bayer Alemane,Reinländer usw,Es gibt ja aleine im bayrischen starke unterschiede,Nieder/oberbayer,Tiroler,Kärntner Steyr usw

ja mei
27. Januar 2011
revolution!

und jetzt kommt DIE idee:
wir gründen das großalpenländische reich!

bayern
österreich
südtirol
schweiz

und wetten, dass nichtmal die mischung sich verträgt?
erst wenn an jedem gartentürl ein schlagbaum steht, sind die menschen endlich zufrieden!

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